Erleben wir erneut das wahre Gotteron?

Die Rivalität zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg-Gottéron ist längst viel intensiver als jene zwischen dem SCB und Biel oder zwischen den SCL Tigers und dem SCB. Eigentlich kein Wunder: Der HC Fribourg-Gottéron ist sportlich das Gegenstück zum SCB. Ein "Anti-SCB" sozusagen.
Die Rivalität zwischen dem SC Bern und dem HC Fribourg-Gottéron ist längst viel intensiver als jene zwischen dem SCB und Biel oder zwischen den SCL Tigers und dem SCB. Eigentlich kein Wunder: Der HC Fribourg-Gottéron ist sportlich das Gegenstück zum SCB. Ein "Anti-SCB" sozusagen.

Der SCB dominiert dank dem Talent und der Breite seines Kaders seit vier Jahren die Qualifikation und war in diesen vier Jahren dreimal Qualifikationssieger (2006, 2008 und 2009). In der gleichen Zeitspanne musste Gottéron zweimal in die Playouts und erreichte 2008 und 2009 gerade noch auf dem 8. beziehungsweise 7. Platz die Playoffs. Dort aber war Gottéron besser. Der SCB kippte als Qualifikationssieger dreimal in der ersten Runde aus den Playoffs (gegen Kloten, Gottéron und Zug). Gottéron jedoch schaffte zuletzt zweimal hintereinander das Halbfinale und stand im letzten Frühjahr gegen den späteren Meister Davos nur einen Sieg vor dem Einzug ins Finale. Kaum Zufall: Gottéron hatte in den letzten Jahren nicht die Breite im Kader, um Verletzungspech zu kompensieren und über 50 Spiele hinweg ein Spitzenteam zu sein. Ohne die Emotionen und die Leidenschaft der Playoffs war Gottéron während des Alltages der Qualifikation (zu) oft nur eine "gewöhnliche" Mannschaft. Erst in den Playoffs, mit der Leidenschaft des heiligen Zornes, waren die ganz grossen Leistungen möglich.

In seiner ganzen Geschichte hat Gottéron die Heldentaten meistens aus der Position des Aussenseiters heraus vollbracht. Zuletzt 2008 (gegen den SC Bern) und 2009 (gegen die ZSC Lions) in den Playoffs. Die Favoritenrolle behagt Gottéron nicht und deshalb holte es auch mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow keinen Meistertitel. Gottéron ist in der Saison 2009/10 erstmals seit den russischen Flugjahren kein Aussenseiter mehr. Aus dem einstigen Chaos-Klub ist wirtschaftlich ein Vorzeige-Unternehmen geworden, das zehn Millionen Franken in die erste Mannschaft investieren kann - so viel wie noch nie seit dem Aufstieg in die NL A vor 29 Jahren. Und das Zuschauerinteresse ist noch grösser als während der Jahre des Ruhmes mit Bykow und Chomutow. Aber in der ersten Phase der Saison ist es so wie immer: Der SCB spielt in der Spitzengruppe, Gottéron muss um die Playoffs zittern.

Leiden, Zittern, Verlieren, Weinen, mit dem Schicksal Hadern - all das gehört zur faszinierenden Kultur des HC Fribourg-Gottéron. Ein Gottéron hingegen, bei dem alles funktioniert, ein Gottéron, das siegt und lacht und keine Sorgen hat, ist eigentlich gar kein echtes, kein wahres Gottéron. Es zeichnet sich bereits ab, dass wir diese Saison wieder ein echtes Gottéron erleben werden - eines, bei dem doch nicht alles funktioniert, ein Gottéron, das oft verliert und weint. Aber ebenso sicher können wir sein, dass im Frühjahr ein Happy End folgen wird. Gottéron ist neben den Kloten Flyers das einzige NL A-Unternehmen der Geschichte, das noch nie aus der NLA absteigen musste.

Kommentar

 
Von: SCB1931
Am: 22/09/2009 10:43:50
pfui!!!!! einen solchen verein noch zu huldigen.

Fribourg in die Playouts!!!! dort, wo sie hingehören, diese stinker.
 
Von: toni
Am: 22/09/2009 11:00:11
@scb1931, genau wegen den sooooo sympathischen fans wie dir, huldigt man dem scb nicht.... hoffentlich sieht man sich in den Playoff's wieder
 
Von: Gotteron4ever
Am: 22/09/2009 11:24:04
Das war zu befürchten: Extrem hohe Vorschusslorbeeren (sogar der Klausi traute Gottéron - wenn auch nur sehr kleines - Mitspracherecht um den Titel zu. Erwartet man nichts, gibt es Sensationen - sind die Erwartungen + Euphorie hoch, folgt meistens ein Dämpfer. Nichtsdestotrotz: die Saison ist noch lang, das Potential gross und schlussendlich reicht auch Rang 8 um Qualisieger Bern in die Ferien zu schicken und ins Halbfinale vorzustossen! Rang 8 ist sowieso - sofern Bern die Quali gewinnt - noch begehrter als Heimvorteilrang 4!
 
Von: toni
Am: 22/09/2009 11:42:14
@gotteron4ever; schon richtig was du schreibst, aber es war eigentlich schon vor der Saison klar, dass die Abwehr wohl schlechter sein wird (man konnte die Abgänge nicht zu 100% kompensieren). Trotzdem ist es natürlich ein entäuschender Saisonstart, den man möglichst bald mit einigen Siegen korrigieren sollte.
 
Von: Dani
Am: 22/09/2009 11:50:58
Ob man Gottéron nun mag oder nicht, was der Verein in den letzten zwei Jahren wirtschaftlich leistete, verdient auch den Respekt der primitiven SCB "Fans". Sportlich läufts noch nicht so. Vielleicht kann Gottéron ja wirklich keine langweilige Mittelfelmannschaft mit sicherer Playoffquali sein. Vielleicht brauchen die Spieler den Druck und den Nervenkitzel des Strichkampfes. Als Fan könnte ich aber gerne mal darauf verzichten...
 
Von: 58jeannin
Am: 22/09/2009 13:12:52
SCB1931
im Grauhölzli hat es auch noch Platz für Dich! Wie gross muss die Angst sein bei Euch wenn Du solchen Mist schreibst! :-)

Zum Beitrag
Für einmal ein lobenswerter Beitrag von Zaugg, genau so ist es. Fribourg ist als Aussenseiter immer besser als Favorit, deshalb wieder Rang 7 oder 8 und dann kanns losgehen!
 
Von: *räusper*
Am: 22/09/2009 15:25:23
rappi ist auch noch nie abgestiegen, aber eben, er nennt sich ja hockeyexperte, der herr verfasser..
 
Von: namescb1983
Am: 22/09/2009 16:07:06
@58jeannin: Du meintest wohl Dählhölzli. :-)
 
Von: jimmy
Am: 22/09/2009 17:50:19
nur kein stress es sind noch paar runden zu spielen! FRIBOURG wird schon noch siegen!!
 
Von: HeidiFleiss
Am: 23/09/2009 12:39:00
Wiederholt betiteln SCB-Fans ihre Interimsfeinde mit dem Begriff Stinker. Das ist nun wahrhaftig nur blind. Denn im Vergleich zu Zürich ist und bleibt Bern ein bäuerliches Dorf. Dies bezieht sich wohlverstanden nicht nur auf die ländlichen Gemeinden. Bern soll sich gefälligst mit Zürich messen, nicht etwa mit Langnau, Fribourg oder Biel. In diesem Kontext stinkt Bern übelst aus allen Ritzen. Dieser auf den bäuerlichen Touch zurückzuführende Berner Gestank kommt nota bene nicht nur aus dem Bundeshaus. Insofern, hopp ZSC(Europameister..)

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