Es ist noch weit bis ins Grauholz


Was ist los mit dem SC Bern? 2:0 bei der Playoff-Revanche in Zug. Aber 4:8 im Derby gegen Biel. Die Frage ist: Wie weit ist es von Biel nach Bern?

Vier Tage liegen zwischen zwei Welten. Am 18. September siegt der SC Bern in der "Playoffrevanche" in Zug 2:0. Mit dem perfekten Spiel, vor allem in der Defensive. Die Blätter hängen noch in den Bäumen und der SCB spielt schon meisterlich.
 
Inzwischen wissen wir: Der SCB ist nicht souverän. Vier Tage nach dem 2:0 von Zug das 4:8 von Biel. Es heisst für SCB-Trainer Larry Huras: Zurück auf Feld eins. Die schöne neue defensive Herrlichkeit, dieses arrogant-emotionslose Dieselhockey, mit dem die Gegner reihenweise eingeschläfert, neutralisiert und besiegt worden sind - 4:1 in Fribourg, 5:0 gegen Biel, 2:0 in Zug, 2:0 gegen Ambri - hat nicht die grössere Haltbarkeit als der Nebel des Herbstes.
 
Gewiss: Biel war gut. Bei diesem 8:4 war erstmals die Handschrift des neuen Trainers Kent Ruhnkes zu sehen. Seine Mannschaft hat erstmals richtig "gerockt und gerollt". Oder eben "geruhnkt und gerollt". Biel hat ein paar "ewigen Tugenden" des Eishockeys, gültig seit der Erfindung dieses Spiels, erfolgreich umgesetzt und der neuen Regelauslegung angepasst: Im Spiel in allen heiklen Situationen die einfachen Lösungen wählen. In jedem Zweikampf den Gegner schmerzhaft spüren lassen, dass man dieses Spiel gewinnen will und wird. Vorne den Mut zum Abschluss. Und an der Bande ein Coach, der ahnt, was seine Jungs brauchen. Kent Ruhnke ist und bleibt einer der wenigen Coaches, die ein Spiel zu beeinflussen verstehen.
 
Wir haben im Derby den wahren, neuen EHC Biel gesehen. Selbstsicher, erfolgreich. Oder sagen wir es so: Wir haben zum ersten Mal erlebt, was dieses neue Biel unter Ruhnke zu leisten vermag. Es war ein festlicher Abend. Der Puck ging Biels Wege, der Name des Gegners sorgte dafür, dass jeder bei der Sache und der Adrenalinspiegel hoch war. Aber es werden nicht jeden Abend Festspiele zelebriert. Am Freitag kehrt der Alltag zurück. Es kommt "nur" Ambri.
 
Und der SC Bern? Die Repräsentanten des grössten, reichsten und wichtigsten Hockeyunternehmens im Lande mahnten in ihrem ganzen Wesen und Wirken an die sportlich unglückselige Vergangenheit, die geprägt ist vom Versagen im entscheidenden Moment (Playoffs). Die Partie in Biel war ein böser Rückfall und SCB-Manager Marc Lüthi war noch am Mittwochvormittag zornig. Sehr zornig.
 
Gut, es gibt viele Entschuldigungen. Die Reihen sind in der Abwehr stark gelichtet (Hänni, Furrer, Meier, Rytz fehlten) und auch Christian Dubé ist verletzt. Also erschwerte Umstände. Derby. Eine aussergewöhnliche Situation. Ein aufgeputschter Gegner. Emotionen auf und neben dem Eis. Adrenalinschübe. Eine Extremsituation. Eigentlich genau so wie in den….Playoffs.
 
Wir haben also bei diesem Derby den wahren SCB, den Playoff-SCB der letzten zwei Jahre gesehen. Unfähig, mit einer Extremsituation, mit entschlossenem Widerstand fertig zu werden. Mit einem sehr guten Torhüter zwar. Aber Marco Bührer ist kein grosser Goalie, der seiner Mannschaft Spiele aus dem Feuer reisst. Er ist stark, wenn seine Vorderleute konzentriert bei der Sache sind und alles in geordneten Bahnen läuft. - bereits dreimal hat er diese Saison kein Gegentor kassiert. Aber wenn der Puck nicht den Weg seiner Mannschaft geht, dann ist er zerbrechlich wie eine billige Uhr und im Schlussdrittel war Bührer in Biel der schwächste Mann auf dem Eis.
 
Ist der SCB einfach zu gut, zu talentiert, zu arrogant, um einfaches, raues, rustikalisches Hockey, Playoffhockey, zu spielen?
 
Sagen wir es so: Wenn der Weg des SC Bern von der wohlstands- und talentverwahrlosten Interessengemeinschaft zur entschlossenen, urigen Playoffmannschaft der Wegstrecke vom Bieler Eisstadion zur PostFinance Arena in Bern entspricht, dann ist der SCB noch nicht einmal vom Parkplatz in Biel weggekommen. Wenn wir also wissen wollen, ob der SCB wieder fähig ist, Playoffhockey zu spielen, dann müssen wir nachschauen, wie weit der SCB auf dem Weg vom Bieler Eisstadion zur PostFinance Arena gekommen ist.
 
Wir werden nun künftig von Zeit zu Zeit nachmessen, wie weit der SCB schon vorangekommen ist. Playoffstärke hat der SCB erst, wenn er mindestens bis zur Autobahnraststätte Grauholz vorgerückt ist.
 
Es ist noch weit bis ins Grauholz.

Kommentar

 
Von: Peach
Am: 23/09/2009 14:47:24
Von Bern nach Biel sind es 43,8 km.....und von Biel nach Bern sind es auch 43.8km ! Komisch !
 
Von: rude
Am: 23/09/2009 17:06:44
Wenn der EHCB immer so motiviert wäre wie gegen den SCB müsste man sich um die Playoffs nicht viel Gedanken machen! Aber es reicht halt nich nur den SCB zu besiegen! Aber bravo an Viel für das gestrige Spiel, und hui ui ui lieber SCB, das wahr schwach!
 
Von: BWR99
Am: 23/09/2009 19:40:31
....drum sags ich noch einmal.Wir haben in Bern kein Trainer-Problem,sondern ein Spieler(Goali)Problem!!Und das seit Jahren,siech nomau!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und wer bestimmt als "graue Eminenz"wer beim SCB spielt?! Wereli Wer He?!!!...............
 
Von: markel
Am: 24/09/2009 19:23:49
Ich frage mich die ganze Zeit, warum noch kein Manager auf die Idee gekommen ist, den Zaugg oder den Federer als Trainer anzustellen. Gibts bei irgend einem Club ein "Problem", die 2 haben schon die Lösung!!!Super
 
Von: Tom
Am: 25/09/2009 06:03:11
Man lässt sich in Bern blenden von einem zu Null Sieg gegen ein Ambri, dabei sieht man schon an diesem Spiel das ausser in der Defensive nichts stimmt, kein Körperkontakt, keine Emotionen und wenn dann Mannschaften gegegn Bern spielen die auf den Körper spielen und Einsatz zeigen dann zerfällt die Mannschaft vom SCB in ihre Einzelteile das Beispiel Servette und Biel lassen grüssen.Die Mannschaft wurde falsch zusammengestellt hat keine Leader die während einem schlechten Spiel das Ruder in die Hand nehmen es sind alles Schönwetter Spieler wie man am Beispiel Gamache sieht der sich bemüht aber sowas von schlecht ist das ausser dem SCB niemand Interesse hatte solch einen Spieler zu verpflichten. Es werden weitere lockere Siege folgen das ist klar aber wenn man jetzt nicht reagiert beim Staff und es endlich rumpeln lässt und Emotionen ins Spiel bringt dann wird das Team auch dieses Jahr keine Stricke zeeissen
 
Von: MarkyRamone
Am: 25/09/2009 08:02:37
Langsam aber sicher scheint es auch die breite Masse der Fans zu merken: Verantwortlich für die Misere beim SCB sind weder die Trainer noch der Goalie (und auch nicht die Spieler). Verantwortlich ist das Duo infernale «L&L». Was tut die sportliche Leitung des SCB, wenn die Mannschaft den Meistertitel holt und auf Kurs ist? Genau: Mit dem erfolgreichen Trainer NICHT verlängern, weil dieser seinen Kurs unbeirrt weitergehen will und dem Filz den Kampf angesagt hat. Da fürchten die grossen beiden «L» um Ihre Macht, um Ihren Einfluss. Lieber keinen Erfolg und dafür immer schön das Sagen haben.

Was tut die sportliche Leitung des SCB, wenn die Mannschaft als souveräner Qualifikationssieger im Viertelfinal kläglich ausscheidet? Genau - schnell zwei oder drei Sündenböcke bestimmen (Berglund und Steinegger lassen grüssen), ein paar Alibi-Transfers und ... ja nichts ändern, man könnte ja sonst Macht und Einfluss verlieren. Was tut das Duo «L&L», wenn der SCB im Jahr darauf erneut als Qualifikationssieger kläglich im Viertelfinal die Segel streichen muss? Genau – wieder die eigenen Pfründe verteidigen, ein paar Sündenböcke bestimmen (Bordeleau und van Boxmeer lassen grüssen) ... und alles beim Alten belassen.

Verantwortlich für die Misere, die sich auch dieses Jahr abzeichnet, ist die sportliche Leitung – und die Gesamtleitung, die diese sportliche Leitung Jahr für Jahr nach katastrophalen Leistungen schützt. Dass die Chemie beim SCB nicht stimmt, ist von aussen seit Jahren zu erkennen. Doch was tut die sportliche Leitung? Sie verschlimmert die Sache nur, indem sie vor den Playoffs eine Diva wie Gamache zurückholt, der die Atmosphäre in der Mannschaft vergiftet – und mit diesem den Vertrag nach dem blamablen Out prompt verlängert. Den gegnerischen Teams kanns recht sein: Wenns wirklich zählt und neben spielerischen Qualitäten auch Biss, Leidensfähigkeit, körperliche und mentale Härte gefragt sind, bleibt der SCB auf der Strecke. Daran wird sich so auch in Zukunft nichts ändern. Den Herren «L&L» sei Dank!
 
Von: Tom
Am: 25/09/2009 09:11:02
Den Spielern gebe ich eine Teilschuld am Ganzen, denn ua bin ich ein Teil derjenigen die den Herren ein Gehalt garantieren, welches ich Ihnen gönnen mag aber nicht mit solchem Sch.... wie in den ersten Spielen und in der letzten Saison, deshalb sollten sich auch mal die Spieler hinterfragen ob die Leistung mit dem Gehalt übereinstimmt....aber eben wie oben geschrieben wenn es niemand fordert wird es auch nicht gebracht, merci L&L
 
Von: patrick
Am: 25/09/2009 10:41:59
Da sind einige Punkte genannt worden, die auch aus meiner Sicht ein Teil der momentanen und
vergangenen Situation sind. Vergessen wir aber nicht: das ganze ist ein Puzzle!
Wenn sich ein bestimmter Charakter - eine gewisse Denkweise - in eine Mannschaft "geschlichen"
hat, braucht es viel Zeit um diese wieder zu ändern. D.h. jeder einzelne ist daran beteiligt und
jeder auf seine Weise!
Eines verstehe ich jedoch nicht: Wieso besuchen auch in dieser Situation, wo doch so viele un-
zufrieden sind, so viele SCB-Spiele? Wieso so viel darüberdiskutieren und nörgeln?
Diese Spieler lieben das Publikum, sie brauchen es. Wenn ihr etwas bewegen wollt in Bern,
dann schraubt endlich diese Zuschauerzahlen zurück! Es braucht keine Worte mehr, es ist genug
geredet und geschrieben worden, jetzt müssten die Fans handeln.
Diese Spieler machen sich blitzartig mehr und vor allem andere Gedanken, wenn sich keiner
mehr um sie "kümmert", sich niemand mehr für ihre Leistung interessiert. Die Fans könnten sich
da ganz gut mal "organisieren" und ein paar Heimspiele sausen lassen.
Wo keine Leistung (oder halt eine sehr reduzierte) ist, braucht es auch keine Nachfrage mehr!
Das ist nur Gewohnheit, ihr seid halt selber auch nicht zum Handeln bereit!?
Der Druck würde drastisch steigen, auf die alle Beteiligten Angestellten und auf die Kasse.
Und dies ohne Worte...
 
Von: Tom
Am: 25/09/2009 12:45:26
Der Druck wird auch so steigen keine Angst denn die Unruhe im und um den SCB war schon lange nicht mehr so gross wie jetzt daher auch solch einen Paniktransfer im September von Gardner so nach dem Motto "seht her ihr Dummies wir arbeiten auch noch....."
Das Schlimme ist das wir uns ja selber bestrafen wenn wir ein paar Spiele auslassen das Geld ist weg, einbezahlt also will ich auch etwas zurück bekommen aber nicht das was ich bisher sah....
 
Von: steph
Am: 25/09/2009 13:42:09
auch als bielfan empfinde ich keine schadenfreude... @MarkyRamone empfinde die 2 "L&Ls" genauso...und was ist wenn das kleinere "L" mit Gamache noch hinter dem Rücken des Vereines privat verdient?
 
Von: Tom
Am: 27/09/2009 12:45:08
Das gestern gegen Lugano war der SCB wie ich ihn mir in jedem Spiel erwarte.Man spielte auf den Mann räumte vor dem Tor rigoros auf ,ebenso spielte man einfach von hinten heraus !Man könnte es ja und nun weiter so in jedem Spiel

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