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Ein gutes Omen für den SCB - aber nicht für Huras

Als erster Titelkandidat hat der SC Bern alle Spiele vor der Olympiapause bestritten. Cheftrainer Larry Huras holt nun den amerikanischen Sportpsychologen Dr. Saul L. Miller nach Bern. Eine riskante Operation. Nicht für den SCB. Sondern für Huras.

Ein grosses Biel hat gegen einen starken SCB in einem intensiven, guten Spiel im letzten echten Berner Derby (Langnau gegen den SCB ist ja keines mehr) 2:4 verloren. Der SCB zeigte in seiner letzten Partie vor der Olympiapause eine der taktisch solidesten Leistungen dieser Saison. Ohne zwei seiner kreativsten Spieler (Christian Dubé, Roman Josi) liessen die Stadtberner einem Gegner keine Chance, gegen den sie zuletzt in Biel dreimal verloren hatten (1:6, 1:6, 4:8). Der SCB nähert sich der Playoff-Form.

Aber will das etwas heissen? Nein. Die Situation in Bern ist in dieser Art und Weise einmalig. Dreimal in vier Jahren als Qualifikationssieger in der ersten Runde gescheitert. Seit rund 20 Jahren arbeitet Larry Huras (55) nun schon als Cheftrainer in Europa. Und doch ist die Afugabe beim SC Bern für ihn neu. Die Belastung nach dem Scheitern in den Playoffs sei beim SCB enorm. "Ich stand beispielsweise in der Saison 2000/01 bei den ZSC Lions auch stark unter Druck, weil ich unbedingt den Titel verteidigen musste, den Kent Ruhnke im Vorjahr geholt hatte. Aber die Situation ist nicht mit jener hier in Bern vergleichbar."

Wie geht der Kanadier mit dem Thema "Scheitern in den Playoffs" um? Ist es tabu oder wird es jeden Tag neu aufgerollt? Huras sagt gegenüber slapshot.ch, er habe das schwierige Thema gleich bei seinem Amtsantritt im letzten Sommer auf die Traktantenliste gesetzt. "Wir haben alles im August schon thematisiert. Unsere Playoff-Vorbereitung hat also schon im Sommer begonnen und alles, was wir seither tun, ist darauf ausgerichtet, in den Playoffs Erfolg zu haben." Er sei sich jedoch bewusst, dass man auch zu viel machen könne. "Deshalb geben wir den Spielern in der ersten Woche der Olympiapause frei. Damit sie auf andere Gedanken kommen. Ganz klar wäre alles ohne die Olympiapause einfacher."

Während der letzten Woche der Olympiapause bekommt der SCB-Cheftrainer Besuch von einem Freund aus Amerika. Von Dr. Saul. L. Miller. Doktor Miller ist der führende Mentalcoach im US-Sport, betreut als sog. "Performance Consultant" Teams, Einzelsportler und Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Zu seinen Kunden gehören auch Hockeyteams (San José, Florida, Vancouver, die L.A. Kings, St. Louis) und Einzelspieler (u.a. Mark Messier und Steve Yzerman). Seine Bücher "Hockey Tough" und "The complete Player" gelten als Standardwerke. Ohne die Freundschaft mit Huras wäre ein Gastspiel dieser Kapazität in Bern nicht denkbar.

Doktor Miller hatte für Huras auch schon während der Saison 2005/06 in Lugano gearbeitet. Der HC Lugano holte schliesslich den Titel. Aber bei der Meisterfeier war Huras nicht mehr dabei. Im Laufe der Viertelfinals gegen Ambri war er gefeuert und durch Harold Kreis ersetzt worden. Doktor Miller in Bern - ein gutes Omen für den SCB. Aber nicht für Huras.

Was kann einer wie Doktor Miller beim SCB bewirken? Huras: "Es geht um einfache Dinge, an die wir oft gar nicht mehr denken wie beispielsweise die richtige Atemtechnik, die uns hilft, in kritischen Situationen ruhig zu bleiben." Da wird es nicht schaden, wenn sich auch SCB-General Marc Lüthi und SCB-Sportchef Sven Leuenberger noch ein wenig durch Doktor Miller betreuen und beruhigen lassen.
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Autor: zaugg


 
 
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