Ob SCB-Trainer Larry Huras auf Simon Gamache (29) oder auf Lee Goren (33) setzt, kann die Meisterschaft entscheiden. Der SCB steht zwar an der Spitze der Tabelle. Aber er hat 54 Prozent der Spiele nur mit einem Treffer Differenz gewonnen. Die Überlegenheit des SCB ist also nicht himmelhoch wie das vielleicht die Tabelle vermuten liesse. Es kann also in den Playoffs sehr knapp werden. Jedes Tor zählt.
Der eigenwillige offensive Schillerfalter Simon Gamache ist zwar im Team nicht beliebt. Aber er hat immerhin bei seinen 30 Einsätzen 0,73 Punkte pro Spiel produziert (9 Tore, 13 Assists) Der ungelenke Haudegen Lee Goren ist beliebt. Aber eine spielerische Nullnummer: Sieben Spiele, null Tore, vier Assists. Oder 0,57 Punkte pro Spiel. Was die Gründe für die miserable Verfassung von Goren sind, ist unerheblich. Er genügt ganz einfach den Ansprüchen nicht, die ein Sportunternehmen wie der SC Bern an einen ausländischen Arbeitnehmer stellt. Es ist mehr als fraglich, ob SCB-Trainer Larry Huras Goren während der Olympiapause Beine machen kann.
Sollte der SCB in den Playoffs nicht bis ins Finale kommen, wird Sportchef Sven Leuenberger gute Ausreden brauchen um zu erklären, warum es ihm nicht gelungen ist, wenigstens drei erstklassige ausländische Spieler zu finden. In der Liga-Skorerliste der Ausländer sind die SCB-Stürmer nur Hinterbänkler: Jean-Pierre Vigier auf Platz 13, Brett McLean auf
SCB-Stürmer Lee Goren
Rang 32, Simon Gamache auf Position 38 und Lee Goren ist als 54. klassiert. Vigier ist ein leidenschaftlicher Kämpfer, dem die spielerische Klasse und die Leichtigkeit des Skorens fehlen. Der kompletteste SCB-Ausländer ist der Zweiwegcenter Brett McLean, den die Berner allerdings erst während der Saison auf den internationalen Transferwühltischen gefunden haben.
Diese lamentable Ausländer-Bilanz und -Statistik wird etwas durch die Schweizer Stürmer korrigiert, die in der Liga-Skorerliste der Schweizer gut vertreten sind: Ivo Rüthemann (7.), Martin Plüss (10.) stehen in den Top Ten.
Die Statistik zeigt also auf, dass die Schwächen beim SC Bern im Abschluss liegen, dass coole Skorer, die "game breaker" fehlen. Weil die defensive Organisation exzellent ist, ist der SCB trotzdem erfolgreich und ähnelt im Wesen und Wirken auf dem Eis immer mehr der Nationalmannschaft.
SCB-Trainer Larry Huras müsste eigentlich alles daran setzen, Simon Gamache im Laufe der Olympiapause wieder ins Team zu integrieren. Der im Guten wie im Bösen unberechenbare Kanadier ist eigentlich der einzige SCB-Stürmer, der aus dem Nichts heraus ein Tor machen kann. Huras sagte denn auch gegenüber slapshot.ch: "Gamache wird die nächsten drei Partien spielen." Aha, gute News für Gamache.
Aber es ist eine schlechte Neuigkeit. Huras fährt nämlich fort: "Die drei nächsten Partien sind die drei Testspiele während der Olympiapause. Da können wir alle fünf Ausländer einsetzen…"