Eishockey-WM-Gastgeber Russland sowie Titelverteidiger Schweden schafften souverän den Halbfinal-Einzug. Russland besiegte Tschechien mit 4:0, Schweden die Slowakei mit 7:4.
Am nationalen "Tag des Sieges" feierten Russlands Eishockeyaner einen feinen Triumph. Beim 4:0 gegen Tschechien ragte Jewgeni Malkin mit zwei Toren und einem Assist heraus. Alle vier Tore für die Russen erzielten NHL-Legionäre. Die Krönung war Malkins Treffer zum 4:0 (55.), als er die tschechischen Abwehrspieler inklusive Goalie Roman Cechmanek düpierte und die Scheibe über die Torlinie drückte. Der 20-jährige Stürmer der Pittsburgh Penguins hatte zudem nur 23 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels mit seinem Treffer zum 2:0 die Entscheidung eingeleitet.
Als ein Schuss von Ilja Kowaltschuk das Ziel knapp verfehlte und die Scheibe von der Bande in den tschechischen Torraum zurückprallte, war Malkin für den Abstauber blitzschnell zur Stelle. Malkin hatte zudem die Vorarbeit für den sehenswert herausgespielten Powerplay-Treffer von Verteidiger Andrej Markow (7.) geleistet, einem Teamkollegen von Mark Streit bei Montreal. Das 3:0 erzielte Alexander Radulow (52.) von den Nashville Predators.
Die von Slawa Bykow gecoachten Russen haben nun die Chance, erstmals seit 2002 wieder den WM-Final zu erreichen. Der letzte Titelgewinn datiert aus dem Jahre 1993. Tschechien, der Weltmeister von 2005, verpasste erstmals seit 2004 die Top 4 an einer WM. Die Russen treffen am Samstag auf Finnland oder die USA, die sich am Donnerstag gegenüber stehen.
Hattrick von Martensson
Der Titelverteidiger und Olympiasieger Schweden beendete mit dem 7:4-Sieg über die Slowakei eine schwarze Serie gegen die Osteuropäer. An den letzten beiden Weltmeisterschaften sowie bei Olympia in Turin hatten die Schweden gegen die Slowaken vor der jeweiligen K.o.-Phase stets den Kürzeren gezogen. Diesmal leiteten die Schweden den Erfolg im mit 3:0 gewonnenen Mitteldrittel ein. Tony Martensson (Linköping) war mit einem Hattrick der schwedische Matchwinner. Jonathan Hedström (Timra) erzielte zwei Treffer. Das Duo sorgte zwischen der 23. und 34. Minute mit seinen drei Treffern (zwei davon von Hedström) auch für die Wende. Spielleiter dieser Partie war der Schweizer Danny Kurmann. Schweden trifft nun im Halbfinal auf den Sieger aus Schweiz gegen Kanada (Donnerstag 14.15 Uhr Schweizer Zeit).
Russland - Tschechien 4:0 (1:0, 0:0, 3:0)
Chodynka, Moskau. -- 14 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Pellerin (Ka), Dediulia/Losier (WRuss/Ka). -- Tore: 7. Andrej Markow (Malkin, Frolow/Ausschluss Klesla) 1:0. 41. (40:23) Malkin (Kowaltschuk/Ausschluss Smid) 2:0. 52. Radulow (Grebeschkow) 3:0. 55. Malkin (Ausschlüsse Morosow; Zidlicky) 4:0. -- Strafen: 10mal 2 Minuten gegen Russland, 8mal 2 plus 10 Minuten (Cajanek)
Russland: Jeremenko; Nikulin, Proschkin; Gontschar, Andrej Markow; Grebeschkow, Atjuschow; Jemelin, Kondratjew; Morosow, Sinowjew, Saripow; Frolow, Malkin, Kowaltschuk; Radulow, Schastliwi, Charitonow; Kulemin, Nepryajew, Owetschkin.
Tschechien: Cechmanek; Zidlicky, Caslava; Michalek, Klesla; Hamr, Barinka; Balastik, Smid; Vyborny, Plekanec, Olesz; Irgl, Cajanek, Hubacek; Bednar, Novotny, Tenkrat; Sykora, Jaroslav Hlinka, Rolinek.
Bemerkungen: Pfostenschuss Andrej Markow (45.). -- Schüsse: Russland 32 (14-10-8); Tschechien 27 (6-9-12). -- Powerplay-Ausbeute: Russland 2/5; Tschechien 0/8.
Schweden - Slowakei 7:4 (1:2, 3:0, 3:2)
Chodynka, Moskau. -- 7000 Zuschauer. -- SR Kurmann (Sz), Oskirko/Wehrli (Russ/Sz). -- Tore: 3. Marian Hossa (Gaborik, Stehlik/Ausschluss Tärnström) 0:1. 8. (7:28) Warg (Emvall) 1:1. 9. (8:16) Kapus (Jurcina, Satan) 1:2. 23. Hedström (Bäckström) 2:2. 27. Martensson (Jörgen Jönsson, Thornberg/Strafe angezeigt) 3:2. 34. Hedström (Steen, Bäckström/Ausschluss Radivojevic) 4:2. 42. Radivojevic (Podhradsky, Kapus) 4:3. 48. Martensson 5:3. 50. Magnus Johansson (Davidsson, Enberg/Ausschlüsse Gaborik, Jurcina) 6:3. 52. Kukumberg (Radivojevic) 6:4. 60. (59:45) Martensson (Jörgen Jönsson/Ausschlüsse Demitra; Kenny Jönsson) 7:4 (ins leere Tor). -- Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Schweden, 4mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Gaborik, Demitra) gegen die Slowakei.
Schweden: Backlund; Strälman, Kenny Jönsson; Akerman, Tärnström; Enström, Hallberg; Magnus Johansson; Martensson, Jörgen Jönsson, Thornberg; Warg, Wallin, Emvall; Hörnqvist, Davidsson, Bremberg; Steen, Bäckström, Hedström.
Slowakei: Krizan; Podhradsky, Chara; Jurcina, Stehlik; Harant, Granak; Strbak; Satan, Kapus, Uram; Radivojevic, Kukumberg, Surovy; Marian Hossa, Demitra, Gaborik; Ciernik, Kovacik, Melicharek; Podkonicky.
Bemerkungen: Timeout Slowakei (59.). -- Schüsse: Schweden 36 (16-12-8); Slowakei 23 (9-6-8). -- Powerplay-Ausbeute: Schweden 1/3; Slowakei 1/3.